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Eine Leiche im Landwehrkanal

Die Ermordung Rosa Luxemburgs

Neu durchgesehene, überarbeitete Ausgabe
Broschur, 192 Seiten mit 70 S-W-Abbildungen

ISBN 978-3-89401-593-0
ISBN epub 978-3-96054-026-7
Erschienen Januar 2009

11,99 

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Die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ist eine der großen Tragödien des 20. Jahrhunderts. Kaum ein politischer Mord hat so sehr die Gemüter bewegt und das politische Klima in Deutschland verändert wie jener in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 vor dem Hotel mit dem paradiesischen Namen Eden. Der Mord war Auftakt für weitere politische Morde und nicht nur das. »Da begann jener schauerliche Zug von Toten, fortgesetzt im März 1919 schon und ging weiter die ganzen Jahre und Jahre, Gemordete und Gemordete«, wie Paul Levi es in seinem berühmten Plädoyer drei Jahre vor dem deutschen Faschismus ausdrückte.
Der Fall Luxemburg/Liebknecht war sozusagen der Sündenfall, »in dem Mörder mordeten und wussten, die Gerichte versagen«. Über Jahre hinweg folgten Verdrehungen, Verdunklungen, Vorschubleistungen, falsche Verdächtigungen und Selbstbezichtigungen der Tat. Insbesondere der Prozess vor dem Kriegsgericht der Garde-Kavallerie-Schützen-Division (künftig: GKSD, jener Division, der die Mörder angehörten), eine »Justizposse, die als einer der großen Justizskandale unseres Jahrhunderts bezeichnet werden muss«, machte aus der Tragödie eine Groteske, an der so mancher Sozialdemokrat kräftig mitwirkte. Als in den Zwanzigern das Eingeständnis eines Beteiligten und Ende der Zwanziger, Anfang der Dreißiger mehrere Prozesse erstes Licht ins Dunkel brachten, war auch dies von juristischen Eiertänzen und politischen Rückzugsgefechten begleitet. Und so musste Ossip K. Flechtheim 1948 resigniert konstatieren: »Wie sich im einzelnen die politische, moralische oder juristische Verantwortung auf die verschiedenen Richtungen verteilte, wird wohl eindeutig nie mehr festgestellt werden können.«
Doch da meldete sich, 1959 erst im kleinen Kreis und 1962 öffentlich, einer der Verantwortlichen zu Wort, plauderte aus dem Nähkästchen und erntete wütende Proteste wegen der Dreistheit seines Geständnisses, aber auch zustimmendes Nicken z.B. vonseiten der damaligen Bundesregierung. Als dann 1966 Joseph Wulf die verloren geglaubten Akten des Kriegsgerichts der GKSD und weitere Akten der Staatsanwaltschaft aus den Jahren 1921 bis 1925 entdeckte, wurde der bislang letzte Akt dieser Tragikomödie eingeläutet.

Autor

Klaus Gietinger © Bärbel Högner

Klaus Gietinger © Bärbel Högner

Klaus Gietinger, geb. 1955. Sozialwissenschaftler, Drehbuchautor und Regisseur. Er war Mitbegründer der Westallgäuer Filmproduktion und ist Produzent bei Igerfilm GmbH, zudem Autor und Regisseur zahlreicher Kinoproduktionen Daheim sterben die Leut (1984), Schön war die Zeit (1988), Heinrich der Sänger (2001) und Fernsehspiele. Er schrieb und inszenierte diverse Tatorte. Klaus Gietinger lebt in Saarbrücken.

Pressestimmen

»… Hat … maßgeblich zur Aufhebung der Vorgänge am 15. Januar 1919 beigetragen.«
Dieter Wunderlich 

»Ein gut recherchiertes Buch mit Biografien und wichtigen Dokumenten.«
Peter Autengruber, Bücherschau (Wien)

 

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Klaus Gietinger November 1918

November 1918

Buchinfos

Broschur, 272 Seiten

Buch 18,00  / eBook 14,99 

Klaus Gietinger Der Konterrevolutionär

Der Konterrevolutionär

Buchinfos

Originalveröffentlichung
Gebunden mit SU,
544 Seiten, 70 S/W-Abbildungen

39,90 

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