Lesung »Califa oder Die Liebe zu einer Starkstromtechnikerin«
Alles dreht sich um Califa, oder kurz: CLF. Die Militärführung in Nomandy, auf der anderen Seite des Ozeans, hat Zugriff auf das neue atomwaffenfähige Element – aber was ist mit Cistransatia, dem Gegner im Osten? In der aufgeheizten Stimmung eines geteilten Kontinents, auf dem sich die Weltmächte an den Zonengrenzen des seit dem Krieg besetzten Potatis nahekommen, scheint jede Entscheidung unkalkulierbare Konsequenzen zu haben. Die Börse in der Seestraße wird überraschend geschlossen, um auch die Währung an Califa zu koppeln, ein unruhevoller Abgeordneter wittert den Krieg und wird zum Problem, cistransatische Wissenschaftler entwickeln einen Gas-Abwehrschirm und leiten die Evakuierung in die unterirdische Hestermannstadt ein. Denn am Besprechungstisch im Politbüro muss dem »Alten« gebeichtet werden, dass in Cistransatia kein CLF vorhanden ist – doch das weiß in Nomandy niemand…

Justin Steinfeld © Sammlung Weinke
Dieser Roman wurde 1955 von dem im Exil lebenden Hamburger Autoren Justin Steinfeld verfasst, jedoch nie veröffentlicht. Das Manuskript geriet in Vergessenheit und wurde erst jetzt wiedergefunden. In Zeiten eines Kriegs in Europa und der erneuten Rede von atomarer Bedrohung liest sich Califa bedenklich aktuell und, in der Verbindung aus sozialistischem Realismus und Satire, Science Fiction und alternativer Geschichte, auch überraschend modern. Steinfelds Fazit bestätigt sich: Solange es Nationen und damit Nationalismus gibt, wird es Krieg geben.
Hamburg
Dienstag, 1. September, 19.30 Uhr
Lesung und Gespräch mit Detlef Grumbach, Katharina Picandet und Michael Weber
Veranstaltungsort: Hannah Arendt Salon, Schulterblatt 130
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
Eintritt frei / Spenden sind willkommen
Verbindliche Anmeldungen bitte an info@salonamgrindel.de oder unter 0176 21 99 82 72