Club der Verschwenderinnen

Roman

Originalveröffentlichung

Gebunden, ca. 136 Seiten

ca. € 20,00

ISBN 978-3-96054-502-6

Erscheint im September 2026

n. a.

Dieses Produkt ist derzeit ausverkauft und nicht verfügbar.

Wie können wir heute zusammenleben? Eine Geschichte über drei Frauen, die sich gegen die Vereinzelung verbünden: hoffnungsvoll, zugewandt und kämpferisch

Wenn Eli das Kind ins Bett gebracht hat und die Enge der eigenen vier Wände spürt, flieht sie in die Kneipe unten im Haus, an die Theke zu Gunda, der Wirtin – Hauptsache, nicht alleine sein. Durch das Aufkommen von KI ist ihr Job als Übersetzerin unsicher geworden, und als alleinerziehende Mutter bleibt ihr oft wenig Zeit für sich selbst.
Gunda, über sechzig und ständig rauchend, steht seit fast zwanzig Jahren allein hinter dem Tresen. Als eine sommerliche Hitzewelle über die Stadt hereinbricht, trommelt sie die Mütter und Kinder des Hauses zusammen. Gemeinsam trotzen sie den extremen Temperaturen und verbringen ihre Zeit im kühlen Kneipenraum, spannen feuchte Laken über die städtische Betonwüste und hacken den asphaltierten Gehweg auf.
Die gemeinschaftlichen Tage bringen Gunda und Eli einander näher und Gunda beginnt zu erzählen: von ihrem Leben in der DDR zwischen Gehorsam und kritischem Denken, von leidenschaftlichen Diskussionen im Lesezirkel, vom Festhalten an gesellschaftlichen Utopien auch nach der sogenannten Wende – und von der Angst, mit steigendem Alter immer weniger in die Gesellschaft hinein wirken zu können. Und auch Eli erzählt: vom quälenden Blick auf das ständig leere Konto und der Schwierigkeit, als Mutter dem eigenen Kind gerecht zu werden, ohne sich selbst darüber zu verlieren.
Zwischen aufgeheizten Asphaltstraßen, Camping im Getränkelager und einer schattigen Datsche am Waldrand bei Gundas alter Gefährtin Claude entfaltet sich eine ungeahnte Freundschaft.

Buchinfos

Gebunden, ca. 136 Seiten, ca. € 20,00

Autorin

Lena Müller © Fondation Jan Michalsky, Tonatiuh Ambrosetti

Lena Müller (*1982) studierte Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und Erwachsenenbildung in Paris und arbeitet als freie Übersetzerin und Autorin. Ihre Übersetzungen wurden mehrfach ausgezeichnet; für Edition Nautilus übersetzte sie zuletzt die Romane von Hugo Lindenberg. Ihr Hörspiel »Tiefer sinken auf sandigen Grund« (gemeinsam mit Leo Weyreter) war im Mai 2023 Hörspiel des Monats der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Ihr erster Roman Restlöcher erschien 2021.

Leseprobe

Eli, die sich über die Einladung gefreut hatte, hat keine Lust mehr, nachdem sie lange neben Esra gelegen und ihn beim Einschlafen beobachtet hat. Seine zuckenden Hände beim Träumen. Neben dem schlafenden Kind selbst einschlafen. Wer würde nicht? Es ist überhaupt die Zeit, in der sie am besten schläft.
Neulich hat sie in einem Artikel gelesen, dass die Idee von acht Stunden durchgängigem Schlaf pro Nacht noch recht neu ist, erst mit der Industrialisierung eingeführt wurde. Als Gegengewicht zur achtstündigen Arbeitsschicht, eine Art Disziplinierung der Zeit. Dass es davor eher ungewöhnlich war, die Nacht durchzuschlafen, dass die Leute gegen Mitternacht noch einmal aufstanden und ein paar nächtliche Stunden zusammen verbrachten oder allein. Durch die Dunkelheit und den Kerzenschein und den vorangegangenen und nachfolgenden Schlaf waren diese Stunden von allem anderen abgetrennt und folgten anderen Regeln. Die Leute redeten freier als am Tag. Sie weiß nicht, ob die Geschichte stimmt, aber die Vorstellung ist schön.

Downloads

Bitte erst das gewünschte Bild durch Anklicken in voller Größe anzeigen lassen, dann herunterladen:

CC-Mueller_Club_125_c_Maja Bechert

Mueller_Lena_©_Fondation-Jan-Michalski-Tonatiuh-Ambrosetti

Mueller_Lena_c_Rene_Loeffler

Das könnte Ihnen auch gefallen …

  • Restlöcher

    Buchinfos

    Gebunden mit Schutzumschlag, 128 Seiten

    Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen können auf der Produktseite gewählt werden 18,00