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Das weiße Denken

Aus dem Französischen von Cornelia Wend

Nautilus Flugschrift

Deutsche Erstausgabe

Broschur
ca. 320 Seiten

ca. € 20,00

ISBN 978-3-96054-288-9

Erscheint im März 2022

 

Nicht lieferbar

»Man wird nicht weiß geboren, man wird dazu gemacht.«

Das weiße Denken ist weit mehr als das Denken der Weißen. Weißsein als unsichtbare Norm strukturiert unsere Gesellschaft und unseren Alltag – weltweit. Es ist der blinde Fleck des Rassismus, und Lilian Thuram macht ihn sichtbar.
Was bedeutet es, weiß zu sein? Der frühere Fußballstar Thuram engagiert sich seit langem in der antirassistischen Bildungsarbeit. Anschaulich beschreibt er, wie die europäischen Gesellschaften die Kategorien Schwarz und weiß erfunden haben, um Ausbeutung zu rechtfertigen und ihre kapitalistische Wirtschaftsweise erst zu ermöglichen. In vielen Beispielen, auch aus seiner persönlichen Erfahrung, zeigt Thuram, wie diese Deutungsmuster funktionieren und wie sie allgemeingültig werden konnten: Unser aller Universalismus ist das weiße Denken, nicht-weiße Menschen haben es gleichermaßen verinnerlicht.
Thuram bezieht sich immer wieder auf postkoloniale Diskurse, auf Frantz Fanon und Aimé Césaire, James Baldwin und Maya Angelou, Toni Morrison und Achille Mbembe.
Sein Buch ist ein zutiefst humanistischer Appell, eingeschliffene Denkmuster zu hinterfragen, um so das Fundament für neue Solidaritäten zu legen. Nur dann können wir einander endlich wieder als Menschen begegnen – und die Krisen der Gegenwart gemeinsam bewältigen.

 

Autor und Übersetzerin

Lilian Thuram © Conseil de l’Europe

Lilian Thuram, geboren 1972 in Guadeloupe, ist ehemaliger Profifußballer, französischer Rekordnationalspieler, Weltmeister von 1998 und Europameister von 2000. Seit Jahrzehnten engagiert er sich in der antirassistischen Aufklärungsarbeit. 2008 beendete er seine sportliche Karriere und gründete die Stiftung »Éducation contre le racisme, pour l’égalité«. Er ist Autor mehrerer Bücher und wurde für sein Engagement mit diversen Preisen ausgezeichnet. Thuram ist Dr. h.c. der Universität Stockholm sowie der University of Stirling in Schottland. Sein Sohn Marcus ist Fußballprofi bei Borussia Mönchengladbach und ebenfalls französischer Nationalspieler.

 

Leseprobe

Diese Verhaltensweisen haben mich im Laufe meiner Karriere verfolgt. Immer wieder hieß es scherzhaft: »Lilian steht auf Schwarze Frauen.« Man fragte mich sogar: »Magst du keine weißen Frauen? Bist du etwa Rassist?«, als müsste ich mich in irgendeiner Form schuldig fühlen. Diese Art von Spott enthüllte eine erstaunliche Geringschätzung Schwarzer Frauen. Denn woher kam die amüsierte Überraschung meiner Teamkollegen? Von der Tatsache, dass ich mit meinem Einkommen eine weiße Frau für mich hätte einnehmen können und das also auch hätte tun sollen. Wer Geld hat, hat ein großes Haus, ein dickes Auto, eine goldene Uhr, und heiratet eine weiße Frau! Es ist genau so, wie Fanon sagt, die weiße Frau wird zu einer Trophäe, sie ist Teil der Weißwaschung, sie ist die weiße Maske, die Schwarze Männer tragen, die es zu etwas gebracht haben.

Pressestimmen

»Das ist die Stärke dieses gut dokumentierten und extrem lehrreichen Essays: Thuram zeigt geduldig und in zahlreichen Beispielen, wie die europäischen Gesellschaften die Weißen erfunden haben, indem sie die Schwarzen erfunden haben.« Le Monde

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