Die Freiheit in der Liebe

Ein Essay

Mit einem Vorwort von Margarete Stokowski
Aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer
Die Auswahl folgt der Wagenbach-Ausgabe von 1977

Gestaltung, Satz und Umschlag: Nora Prinz
Illustration: Katarina Atkinson, Ana Becher, Louisa Kron, Lilli Lambert, Louisa-Marie Nübel, Svea Öhlschläger, Nora Prinz

Großformat, gebunden mit Schutzumschlag, 160 Seiten

Erschienen September 2017

978-3-96054-055-7

26,00 

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»Die Liebe ist diejenige Leidenschaft, die am geeignetsten ist, Beziehungen zwischen den Menschen zu knüpfen. Schon in dieser Welt schafft sie eine spontane Gleichheit, welche die Religionen erst im Jenseits vorsehen.« Charles Fourier

Als »Die Freiheit in der Liebe« 1967 in Frankreich erschien, 150 Jahre nach der Niederschrift, wurde das Buch begeistert aufgenommen und galt als Vorläufer einer sexuellen Revolution. Fourier kritisiert scharf die »Zivilisation« seiner Zeit und erarbeitet ein alternatives Gesellschaftsmodell, die »Harmonie«, die auf dem Ende der monogamen Ehe, der Vervielfältigung von Liebesbeziehungen jeder Art und einer absoluten Gleichheit der Geschlechter basiert. Fourier, immerhin ein Mann des 18. Jahrhunderts, lässt auch Homosexualität, Fetischismus und andere als »pervers« geltende Praktiken als Varianten der Leidenschaft gelten; von den edelsten Gefühlen bis zu den absurdesten sinnlichen Manien, von der heiligen Liebe bis zu schlüpfrigsten Phantasien gilt ihm alles als gleichwertig.

Als Visionär und Utopist entwirft er eine offene Gesellschaft, in der neue Regeln keine Verbote mehr sind, sondern Protokolle sozialer, erotischer, ästhetischer Spiele.

Margarete Stokowski, kämpferische Feministin mit spitzer Feder, hat diesem wiederzuentdeckenden Sozialutopisten ein aktuelles Vorwort gewidmet.

Buchinfos

Großformat, gebunden mit Schutzumschlag, 160 Seiten

Autor

Charles Fourier

Charles Fourier

Charles Fourier, geboren 1772 in Besançon, gestorben 1837 in Paris, Sozialutopist und scharfer Kritiker des Frühkapitalismus. Seine Schriften haben zahlreiche utopische Gemeinschaften und Sozialexperimente inspiriert.

Margarete Stokowski, geboren 1986 in Zabrze, Polen. 1988 zog sie mit ihrer Familie nach Berlin, studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität. Seit 2009 schreibt sie für verschiedene Zeitungen und Magazine, von 2011 bis 2015 Kolumnen in der tageszeitung, seit Oktober 2015 für Spiegel Online, zu feministischen und gesellschaftlichen Themen. Zuletzt erschien Untenrum frei (Rowohlt, 2016).

Leseprobe

»Charles Fourier war bereits Feminist zu einer Zeit, in der es noch keine Girl-Power-Shirts bei H&M gab. 1793 wurde Olympe de Gouge geköpft, nachdem sie die ›Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin‹ geschrieben hatte. Wenige Jahre später erklärte Fourier: ›Der soziale Fortschritt vollzieht sich entsprechend den Fortschritten in der Befreiung der Frau.‹ – Ein guter Mann.« Margarete Stokowski

Wir wollen von einer neuen Ordnung der Liebe sprechen, in der das Gefühl, der edle Teil der Liebe, in hellem Glanz erstrahlen und alle Beziehungen verzaubern wird. Denn worauf gründet ihr Reich? Darauf, dass das Materielle nicht unterdrückt wird, sondern volle Befriedigung findet, und dass das Bedürfnis danach nicht unziemlicher ist als die Gelüste der anderen Sinne – nach Festgelagen, Konzerten, Düften, Geschmeide usw. Erst wenn das Materielle befriedigt ist, können die edlen Regungen der Liebe ihren Aufflug nehmen, von denen die Jugend in der Zivilisation nur sehr geringe Kenntnis besitzt.

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Charles Fourier

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