Keine besonderen Auffälligkeiten

Kriminalroman

Originalveröffentlichung

Broschur, 296 Seiten

Erschienen März 2026

n. a.

20,00 

Nach dem wahren Fall des letzten Serienmörders der DDR: Sophie Sumburane porträtiert eine verunsicherte Gesellschaft im Vakuum der Wendezeit

Oktober 1989, ein Dorf in Brandenburg. Eine Frau wird in einer Kleingartenanlage getötet, der Mörder kann entkommen. In den nächsten Monaten bringt er vier weitere Frauen und ein Baby um. Angst und Verdächtigungen erschüttern die Dorfgemeinschaft, während fünfzig Kilometer weiter östlich die Mauer fällt. Die Polizei ist überfordert, dezimiert durch Abwanderung nach Westen und aufgeflogene Stasimitarbeiter. Die Sensationspresse scheint im wiedervereinten Deutschland ausloten zu wollen, wie weit man mit dem Leben von Menschen gehen kann, bevor die Berichterstattung selbst zum Verbrechen wird.
Im Dorf leben auch die beiden Freundinnen Hedi und Gabi. Während Hedis Verlobter sie zu Hause isoliert, nimmt Gabi die Sache selbst in die Hand: Sie bewirbt sich als Reporterin bei der Bild-Zeitung und erhält so Einblick in die Ermittlungen …

Keine besonderen Auffälligkeiten ist ein packender Kriminalroman nach einem wahren Fall, mit dem Sophie Sumburane die Mechanismen des Genres True Crime hinterfragt. Parallel zum Erscheinen des Buches wird die dreiteilige Doku »Rosa Riese« in der ARD-Serie »Crime Time« zu sehen sein, die Sophie Sumburane bei ihren Recherchen und bei Interviews vor Ort begleitet hat (verfügbar in der ARD Mediathek).

Interview mit Sophie Sumburane

Buchinfos

Broschur, 296 Seiten

Autorin

Sophie Sumburane © Merlin Jörg Noack

Sophie Sumburane (*1987 in Potsdam) studierte Germanistik und Afrikanistik in Leipzig und promoviert über forensische Linguistik. Sie ist Autorin mehrerer Kriminalromane, schreibt für verschiedene Medien und engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie ist Teil des Netzwerks »Herland – feministischer Realismus in der Kriminalliteratur« und war bis 2025 Mitglied im Board des PEN Berlin. Zuletzt erschien 2022 ihr Kriminalroman Tote Winkel. 2025 las sie bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

Leseprobe

Walter Nixdorf konnte im Polizeiverhör nicht sagen, ob es viel Geld war, das seine Frau in der gestohlenen Tasche gehabt hatte, geschweige denn, wie viel genau. Sie hatte gar nicht viel besessen, aber was wusste er schon, er hatte das Gefühl, plötzlich all dessen, was er je gewusst haben könnte, beraubt worden zu sein. Er wusste auch nicht, warum die Türen ihres gemeinsamen Bungalows abgeschlossen gewesen waren, sowohl vorn als auch hinten, und wo Edeltrauds vermisster Schlüssel sein könnte. Wieso jemand ein Haus abschließt, aus dem er gerade eine Leiche verschwinden lassen will, woher bitte sollte er das wissen, er wusste es nicht. Sie fragten ihn das immer wieder, »Warum, Genosse Nixdorf, schließt einer nach einem Mord die Türe ab, wenn es nicht das eigene Haus ist und man eben Angst vor Diebstählen hat, während man schnell seine Frau im Wald vergräbt oder im See versenkt oder was auch immer der Mörder vorgehabt hatte, hm, warum tut einer das?« Er hatte keine Ahnung von all diesen Dingen.

Leseprobe »Keine besonderen Auffälligkeiten«

Stimmen zum Buch

»Intelligenter True Crime aus der Wendezeit – und ein eindringlicher Roman über die gesellschaftlichen Folgen von Angst und Gewalt.« Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur

»Sophie Sumburane hat sich in ihrem Kriminalroman ein wahres Verbrechen aus den letzten Minuten der DDR vorgenommen. Sie nimmt dabei vor allem die Leute in den Blick, deren Leben eine solche Untat verändert.« Maria Wiesner, F.A.Z. Bücher-Podcast

»Eine wahre Geschichte, ein spannendes und dabei nachdenklich machendes Buch, das mehr ist als True Crime, das einen kritischen Blick tief in die Gesellschaft direkt nach 1989 wirft.« Katrin Schumacher, MDR Kultur

»So einen Noir aus der untergehenden DDR hat man noch nicht gelesen. (…) Auch über Sprache stellt dieser Roman viel Lokal- und Zeitkolorit her und erreicht eine atmosphärische Dichte und Stimmigkeit, die einen noch mal eintauchen lässt in die Jahre 1989 bis 1991, in denen das Böse viel zu lang unbehelligt agieren konnte.« Knut Cordsen, Bayern 2

»Ein Kriminalroman, bei dem erhebliche Spannung aufgebaut wird. (…) Aber ebenso ließe sich dieser sorgfältig gearbeitete Roman als bewegendes Sittenbild einer Zeit lesen, die zwar lange zurückliegt, aber noch längst nicht vergangen ist.« Joachim Feldmann, CulturMag/CrimeMag

»Sophie Sumburane erzählt vor allem von den Opfern, besonders jenen, die bei einem derart spektakulären Fall übersehen werden, und gibt ihnen ihre Würde zurück.« Zoë Beck

Downloads

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