Die moderne kapitalistische Gesellschaft produziert Ungerechtigkeit und Ausbeutung ungeahnten Ausmaßes und zehrt unsere natürlichen Lebensgrundlagen auf. Doch wie lässt sich eine tragfähige Alternative entwickeln? Ausgehend von Marcel Mauss‘ Gabentheorie zeigt sich, dass der Mensch an sich ein gebendes Wesen ist, dass nur die Gabe Vertrauen und damit Sozialität schaffen kann: Sie ist die Grundlage jeder Gesellschaft.
Frank Adloff postuliert die Idee des homo donator als Ersatz für den homo oeconomicus: Menschen sind fähig, zum Wohle aller zu kooperieren, wenn die Logik der Nutzenmaximierung in Kapitalismus und Alltag gebrochen wird. Für eine Konvivialität, die auf Solidarität und Selbstbegrenzung abzielt – für globale Gerechtigkeit als Alternative zum Streben nach Gewinn, Wachstum und Konsum.
Politik der Gabe
Für ein anderes Zusammenleben
Originalveröffentlichung
Broschur
320 Seiten
Erschienen September 2018
22,00 €
| Buchinfos | Broschur, 320 Seiten |
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Autor

Frank Adloff © Katja Klein
Frank Adloff ist Professor für Soziologie – insbesondere Dynamiken und Regulierung von Wirtschaft und Gesellschaft – im Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Sozialtheorie, Gabe und Konvivialität, Zivilgesellschaft, Postwachstum und Nachhaltigkeit. Zuletzt erschien im Jahr 2016 sein Buch Gifts of Cooperation, Mauss and Pragmatism im Routledge Verlag. Er ist zudem Mitherausgeber der deutschen Ausgabe des Konvivialistischen Manifests (2014) und des Bandes Konvivialismus. Eine Debatte (2015).
Leseprobe
Warum geben wir anderen Menschen Dinge, schenken ihnen Aufmerksamkeit, helfen ihnen oder verzeihen ihnen gar? Das Geben hat schon viele Überlegungen auf sich gezogen und in den Wissenschaften unterschiedlichste Antworten hervorgebracht. Eine weit verbreitete Antwort verweist auf das Phänomen des Tauschens. Jemand gibt einer anderen Person einen wertvollen Gegenstand und erhält einen anderen dafür. Beiden nützt der Tausch etwas, da sie beide das Gut des anderen stärker wünschen als ihr eigenes. Doch in vielen Situationen findet kein Tausch statt und trotzdem werden materielle und immaterielle Dinge überreicht. Ein Akteur A gibt einem anderen Akteur B etwas, ohne im Gegenzug etwas direkt dafür zu bekommen. Vielleicht erwidert B die Gabe, vielleicht auch nicht. Und im Falle der Erwiderung ist es an B zu entscheiden, was sie erwidert und wann sie es tut. Nur im Fall des Tausches ist klar, welche Güter zu welchem Zeitpunkt den Besitzer wechseln.
Der Tausch scheint nun nicht weiter erklärungsbedürftig zu sein: Tauschen tun wir aus eigennützigen Interessen. Und wie erklärt man nun Formen des Gebens wie das Schenken und Spenden?
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