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Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte

 

Karl-Marx-Preis 2018!

 

Originalveröffentlichung
Broschur, 208 Seiten

Erschienen September 2018

 

Buch 16,00  / eBook 12,99 

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»Nur ein Verrückter würde behaupten, Tiere seien politisch. Dieser Verrückte bin ich.« Fahim Amir

»Bei Tieren wird die Linke rechts«, postuliert Fahim Amir und holt zum Gegenschlag aus. Kritik an Umweltzerstörung oder industrieller Tierhaltung basiert meist auf konservativen Ideen einer »unberührten Natur« oder auf der ökokapitalistischen Sorge um nachhaltiges Ressourcenmanagement.
Gegen die Romantisierung der Natur setzt Amir Politik statt Ethik. Statt Tiere kulturpessimistisch zu bloßen Opfern zu erklären, wird ihre Geschichte aus einer Perspektive der Kämpfe erzählt: Wie renitente Schweine maßgeblich die Entwicklung der modernen Fabrik bestimmt haben. Wie unbeherrschte Ansammlungen von Menschen und Tieren sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Zähmung New Yorks widersetzten. Wie Singvögel in der Stadt sich dank hoher Östrogenspiegel im Abwasser dopen und das Nikotin von Zigarettenstummeln zur Parasitenabwehr in ihren Nestern nutzen. Die Geschichte malariöser Moskitos und der Versuche ihrer Bekämpfung wirft ein stroboskophaftes Licht auf neokoloniale Beziehungen zwischen medizinischen und politischen Fieberschüben.
Es gibt kein Zurück in die vermeintlich reine Natur – neue urbane Ökologien sind jedoch eine Chance für neue Konzepte des Miteinanders und Gegeneinanders. Nicht um moralische Selbsterhöhung oder marktförmige Imaginationen gesellschaftlicher Reform durch korrekten Konsum geht es hier, sondern um utopische Momente, die die Gegenwart zum Stottern bringen.

Autor

Fahim Amir © Jakob Gsöllpointner

Fahim Amir © Jakob Gsöllpointner

Fahim Amir lebt als Philosoph und Künstler in Wien; er beschäftigt sich mit den Übergängen von NaturKulturen und Urbanismus, Performance und Utopie, kolonialer Historizität und Modernismus. Amir lehrt an der Kunstuniversität Linz sowie an weiteren europäischen und internationalen Universitäten, betrieb die Bar Schnapsloch und den Verlag Proll Positions, und arbeitete in unterschiedlichen Projekten mit Künstler*innen wie Deichkind, Chicks on Speed, Rocko Schamoni und Ted Gaier. Als Teil der Performancegruppe Dolce & Afghaner trieb er mit Plakaten und Interventionen österreichische Rechtspopulist*innen und Boulevardmedien auf die Palme. Daneben war Amir Kurator von Symposien zu Neuer Musik (Ferienkurse Darmstadt), Live-Art-Festivals (Kampnagel Hamburg) und Ausstellungen (Secession Wien). Zuletzt erschien von ihm das Nachwort zu Donna Haraways Manifest für Gefährten (Merve, 2016).

Veranstaltungen

Entgegen dem vorherrschenden romantisierenden Blick auf »die armen Tiere« erzählt Fahim Amir ihre Geschichte aus einer Perspektive der Kämpfe und nimmt Tiere als widerständige Akteure in den Blick.


Hannover
Donnerstag, 27. September, 19.30 Uhr

Im Rahmen der Reihe Resonanzen
Fahim Amir: Schwein und Zeit | Teresa Präauer: Tier werden
Buchvorstellung und Gespräch
Moderation: Martina Sulner (Hannoversche Allgemeine Zeitung)
Veranstaltungsort: Literaturhaus Hannover, Sophienstraße 2
Eintritt: € 12,- / ermäßigt 6,-

Berlin
Freitag, 28. September, 20 Uhr

Lesung und Gespräch
Moderation: Sina Ribak (Between Us and Nature, Berlin)
Veranstaltungsort: Zabriskie – Buchladen für Natur und Kultur, Manteuffelstraße 73
Eintritt: € 5,-

Pressestimmen

»Das ist neu geschriebene Sozialgeschichte, mit Tier und Mensch in den Hauptrollen. (…) Fahim Amirs Lust an der Provokation macht selbst wieder Lust – und sprüht Funken Wahrheit.« Philine Sauvageot, SWR 2

Leseprobe

Die tierethisch vorherrschende Frage »Können sie leiden?« weicht hier einem anderen Interesse: Wo und wie leisten und leisteten Tiere Widerstand und wo gibt und gab es Kampfgefährt*innenschaften zwischen Menschen und Tieren? Daraus kann Solidarität entstehen statt bloß paternalistisches Mitleid.
Mitleid hat nicht selten sozialchauvinistische Züge: Vergessen wir nicht, dass Adolf Hitler Mein Kampf während seiner Landsberger Haft auf dem Schreibpapier der Familie Wagner schrieb, ein Reproduktionszusammenhang, in welchem Vegetarismus als Moral der Herrenmenschen hoch im Kurs stand. Der von Klassenvorurteilen durchtränkte und kulturalistisch verbrämte Gestus der besseren Behandlung von Tieren durch bessere Menschen ist ein Erbe des Mitleids-Gedankens, der, in neue Schläuche gegossen, als Sittlichkeitsgebot zeitgenössischer Ethik und Supermarkt-Regalordnungen wiederauftaucht.

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Inhaltsverzeichnis »Schwein und Zeit«

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Leseprobe »Schwein und Zeit«

Downloads

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Fahim Amir © Jakob Gsöllpointner

Fahim Amir 2 © Jakob Gsöllpointner

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