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Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen

Roman

Aus dem Englischen übersetzt von Sonja Finck

Deutsche Erstausgabe

Gebunden mit Schutzumschlag, Fadenheftung
288 Seiten, € 22,00

ISBN 978-3-96054-234-6

Erscheint Anfang Oktober 2020

 

Nicht lieferbar

»Ich wurde in Gefangenschaft geboren. Ich wurde am 1. April 1979 in Teheran geboren, am selben Tag wie die Islamische Republik.«

Sheyda Porroyas Tage sind gezählt. Sie sitzt im Todestrakt eines iranischen Gefängnisses – es ist das Jahr 1999, sie ist zwanzig Jahre jung. Ihre Erzählung, die zwischen Rückblicken auf ihre Kindheit und Jugend und dem barbarischen Alltag im Gefängnis hin- und herwechselt, ist voller Phantasie: Wachsen ihr wirklich Engelsflügel aus den Schulterblättern? Hat sie wirklich ihre Mutter getötet? Oder ist sie vielleicht wahnsinnig?
Schon als Kind flüchtet sich Sheyda in eine Traum- und Wahnwelt und gewinnt in der repressiven Umgebung, in der sie aufwächst, immerhin eine Art Narrenfreiheit. Ungeliebte Tochter unglücklicher Eltern, Sonderling ohne Freunde und einzig zur grenzenlosen Liebe begabt, schafft sie sich ein Alter Ego ausgerechnet in Gestalt von Dantes Beatrice.

In berückend schöner, kraftvoller Sprache entfaltet Ava Farmehri eine Geschichte von Realitätsflucht, Unterdrückung und Isolation – makaber und magisch zugleich.

 

Autorin und Übersetzerin

Ava Farmehri lebt in Kanada. Sie ist im Nahen Osten aufgewachsen, umgeben von Büchern, Katzen und Krieg. Sie liebt Bücher. Sie liebt Katzen. Sie hasst Krieg. Sie hasst Krieg leidenschaftlich. Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen ist ihr erster veröffentlichter Roman. Sie schreibt unter Pseudonym.

Sonja Finck, geboren 1978 in Moers, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf. Inzwischen lebt sie als literarische Übersetzerin in Berlin und Gatineau (Kanada). 2019 wurde sie mit dem Eugen-Helmlé-Preis ausgezeichnet.

Leseprobe

Das Gute an einem Todesurteil ist, dass es die Dinge relativiert. In dieser Hinsicht ist es einer Nahtoderfahrung nicht unähnlich, auch wenn ich eine solche noch nie am eigenen Leib erfahren habe. Aber ich kenne alle möglichen Klischees von einem Licht und einem Tunnel und wie man in Gottes Hauptquartier entschwebt und von oben auf den eigenen leblosen Körper hinabblickt. Als ich auf mich selbst hinabblickte, sah ich Tränen in meinen Augen und meine wie zum Gebet aneinandergelegten Hände in Handschellen. Ich sah Tränen, die von den Zeitungen und von den Zuschauern vermutlich entweder als Krokodilstränen oder als Zeichen meiner aufrichtigen Reue gedeutet wurden, und eine Handhaltung, die man als flehend oder fatalistisch hätte beschreiben können. Eins möchte ich klarstellen: Meine Tränen waren Freudentränen.

Leseprobe Farmehri, Im düstern Wald werden unsre Leiber hängen

Downloads

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CC_Farmehri_Wald_125_c_Maja Bechert

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