Pussy Riot!

Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2014

Ein Punk-Gebet für Freiheit

Mit einem Vorwort von Laurie Penny
Aus dem Englischen von Barbara Häusler

Deutsche Erstausgabe
Broschur, 128 Seiten

Erschienen November 2012

16,00 

»Heilige Mutter Gottes, erlöse Russland von Putin.«

Im August 2012 wurden Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch, drei Mitglieder des Punk-Kunstkollektivs Pussy Riot, wegen „Rowdytum aus religiös motiviertem Hass“ zu zwei Jahren Straflager verurteilt – ein politischer Skandal, der ein riesiges Presse-Echo und weltweit Solidaritätsbekundungen hervorgerufen hat.

In dem vorliegenden Band wird bisher unveröffentlichtes Material zum ersten Mal auf Deutsch zugänglich gemacht: Briefe der Frauen aus dem Gefängnis, ihre Schlusserklärungen bei Gericht, Plädoyers der Rechtsanwälte sowie Songs und Gedichte, darunter das inkriminierte „Punk-Gebet“, mit dem die Frauen im Februar in der Moskauer Erlöserkirche gegen Wladimir Putin demonstriert hatten.

Die Texte bieten ein bedrückendes Bild der „russischen Demokratie“, vom Filz zwischen Staat und Kirche, von der Realität im Gerichtsverfahren und im Gefängnisalltag – sie zeigen aber auch, wie mutig und stark der Widerstand dieser Frauen ist. Außerdem enthält der Band Solidaritätsadressen von Yoko Ono, JD Samson u.v.a.

»Liebe Jekaterina Samuzewitsch, danke! Ihr habt Recht!
Ihr habt gesiegt! Ihr habt für uns alle gesiegt, für die Frauen der ganzen Welt.«
Yoko Ono

Um Verwechslungen vorzubeugen: Dieser Flugschriften-Band ist eine Lizenzausgabe des Buches »Pussy Riot. A Punk Prayer for Freedom«, das Ende 2012 bei Feminist Press, New York, erschienen ist. Es ist NICHT etwa die deutsche Übersetzung des in Russland unter dem Titel »Pussy Riot! Was war das? («Pussy Riot! что э́то бы́ло?) ohne Einverständnis der inhaftierten Frauen erschienenen Buches, das zurückgezogen werden musste.

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Inhaltsverzeichnis

Buchinfos

Broschur, 128 Seiten

Autorinnen

Pussy Riot ist ein feministisches Kunst-Performance-Kollektiv aus Moskau. Gegründet 2011, machen sie öffentliche Performance-Auftritte als Angriff auf die russische Politik. Im Februar 2012 wurden drei Mitglieder der Gruppe verhaftet, nachdem sie in der Christi-Erlöserkirche in Moskau in bunten Strumpfmasken mit einem „Punk-Gebet für Freiheit“ gegen Putin protestiert hatten. Maria Aljochina, Nadescha Tolokonnikowa und Jekaterina Samuzewitsch wurden zu feministischen Ikonen, ihre Verhaftung und die Gerichtsverhandlung wurden von Aktivisten und Künstlern in der ganzen Welt solidarisch begleitet. Trotz der Unterstützung und der Medienaufmerksamkeit in Russland und im Ausland wurden sie im August 2012 schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Haft verurteilt.

2014 erhalten Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2014! Der Preis wird von der Heinrich-Böll-Stiftung und der Stadt Bremen verliehen. Neben den beiden russischen Aktivistinnen des feministischen Kunst-Performance-Kollektivs Pussy Riot wird auch der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch geehrt. In der Begründung der Jury heißt es:  »Die Preisträgerinnen und der Preisträger leben im postimperialen Raum der aufgelösten Sowjetunion und wenden sich gegen den Versuch, in der Ukraine und in Russland alte Herrschaftsverhältnisse wiederherzustellen und die politischen Freiheiten abzuschaffen.« Die Künstlerinnen von Pussy Riot trugen nach Befinden der Jury auf dem Höhepunkt der Demonstrationen gegen die Wiederwahl Putins »den Widerstand ins geistige Zentrum des neuen großrussischen Machtgebildes« und setzten diesen Widerstand mutig auch in der Lagerhaft fort.

Pressestimmen

»… sehr beeindruckend und inspirierend zu lesen …. Free Pussy Riot!«
Lisa Fedler, fiber

»… eine Reflexion über Freiheit, Unterdrückung … darüber, was es heißt, den Mut zum Widerstand aufzubringen ….«
Alexander Struwe, Portal für Politikwissenschaft

»… öffnet die Augen für Ablauf und Logik dieses Schauprozesses ….«
diesseits.de

»… ein schockierendes Sittenbild moderner autokratischer Herrschaft.«
Martin Birkner, analyse und kritik

»… ein Beitrag zu einem zeitgemäßen und linken Feminismus ….«
Hanno Pöppel, ZEIT-Online

»… kluge, manchmal ungestüme Plädoyers für die Freiheit des Denkens ….«
Matthias Zwarg, Freie Presse

Leseprobe

Vorwort, Punk-Gebet und erstes Kapitel

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