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Das Gift der Biene

Roman

Originalausgabe

Gebunden mit Schutzumschlag, 224 Seiten
ca. € 20,00

ISBN 978-3-96054-196-7

Erscheint Anfang September 2019

 

Nicht lieferbar

Eine Amerikanerin entdeckt Berlin nach dem Mauerfall als Ort der unbegrenzten Möglichkeiten

Ostberlin, Mitte der 1990er: Endlich ist Christina angekommen in der Stadt ihrer Träume. Berlin nach dem Mauerfall, das ist für die junge Amerikanerin die Verheißung, der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten. Sie kann es kaum erwarten, die Geheimnisse dieser so lange verborgenen Stadt und ihrer Bewohner zu ergründen, und sie will dabei die abgelegenen Pfade betreten. Sie zieht in eine Hausgemeinschaft in einem ehemals besetzten Haus, wo die Lebenskünstlerin Meta einen Salon betreibt. Abend für Abend sitzen dort die früheren Hausbesetzer zusammen und diskutieren über die neugewonnene Freiheit, über die Abgründe des Kapitalismus und den untergehenden Sozialismus: die ehemalige Schauspielerin und Kadersozialistin Karla etwa, oder Wolfgang, der ehemalige Grenzsoldat, in den sich Christina verliebt. Für sie ist die junge Hausgemeinschaft die Verwirklichung einer sozialistischen Utopie, und sie saugt die Gespräche begierig auf.
Doch als die rätselhafte, unnahbare Malerin Vera Grünberg in den obersten Stock einzieht, gerät die Utopie ins Wanken. Denn in Vera vermuten die anderen die mögliche Besitzerin des Hauses, geradezu obsessiv spürt Meta dem Gerücht nach, vor dem Krieg habe im Gartenhaus ein Wunderrabbi namens Grynberg gelebt. Und dann kommt es tatsächlich zu einem Wunder…

Autorin

Isabel Fargo Cole © Simona Lexau

Isabel Fargo Cole © Simona Lexau

Isabel Fargo Cole, geboren 1973 in Galena, Illinois, USA, wuchs in New York City auf. Sie studierte Literatur, Geschichte und Philosophie in Chicago sowie Russisch und Neuere Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1995 lebt sie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin in Berlin; sie hat u. a. Wolfgang Hilbig und Franz Fühmann ins Englische übersetzt und wurde 2018 mit dem Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreis ausgezeichnet. Ihr Debütroman Die grüne Grenze war für den Klaus-Michael Kühne-Preis 2017 und für den Preis der Leipziger Buchmesse 2018 nominiert.

Leseprobe

Wir fuhren als unnötig große, lärmende Gruppe mit Wochenendticket und Bus zu einem Bauernhof bei Schwedt, um einen alten Bienenwagen samt Bienen zu kaufen. Vera blieb zurück, musste arbeiten, sagte sie. Der Ausflug hätte ihr gut getan, meinten wir, aber in Wirklichkeit waren wir erleichtert. Schon auf der Hinfahrt war eine Aufbruchsstimmung greifbar, erst jetzt so richtig und alle zusammen, als hätte in diesen wirren Wochen noch keiner wirklich begriffen, was geschehen und nicht mehr ungeschehen zu machen war. Es war Anfang Juni, der erste richtige Sommertag. Wir bemühten uns, vor dem Bauern einen seriösen Eindruck zu machen. Er hielt einen ausufernden Vortrag, in dem es immer wieder um den Bien ging. Wir schauten einander ratlos an. Der Bien, was war der Bien? Ein Dialektwort? Eine besondere Bienenart? Bis uns aufging: der Bien war das Bienenvolk, der Schwarm als Organismus, als einziges Bewusstsein. Und wir lächelten alle auf einmal, als wäre das die Antwort auf eine Frage, über die wir uns lange die Köpfe zerbrochen hatten.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Isabel Fargo Cole Die grüne Grenze

Die grüne Grenze

Buchinfos

Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag,
Lesebändchen, illustriertes Vorsatzblatt, 496 Seiten

26,00 

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