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Dekolonisiert den Hipster

Nautilus Flugschrift

Aus dem Englischen von Jan-Frederik Bandel

Broschur, ca. 160 Seiten

ca. € 18,00

ISBN 978-3-96054-305-3

Erscheint im September 2022

 

Nicht lieferbar

Die Zielscheibe dieses Buches ist zugleich seine Zielgruppe: der urbane weiße Hipster, der nichts von seiner eigenen kolonialen und suprematistischen Verstrickung wissen will

Was haben weiße junge Männer in engen Jeans und in T-Shirts mit ironischen Sprüchen, die Gemüse einwecken, Sauerteigbrot backen und Craft Beer brauen, mit Kolonialismus zu tun? Zugegeben, der Hipster-Lifestyle wird teuer vermarktet, und der Konsum weißer Mainstream-Kultur in cooler Verpackung ist definitiv ein Teil des Problems. Aber darum geht es hier nicht. Grégory Pierrot taucht viel tiefer in die Abgründe von Gentrifizierung, kultureller Aneignung und weißer Vorherrschaft ein, in die Geschichte des Kolonialismus, der Ausbeutung Schwarzer Kultur und ihrer systematischen Verdrängung.
Seine profunde Kenntnis afroamerikanischer und karibischer Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts verbindet Pierrot mit seinem Wissen über Popkultur und -musik, und bevor sich jetzt jemand nicht gemeint fühlt, weil ja von Amerika die Rede ist: Pierrot macht klar, dass auch das classy Bohème-Europa kein Leuchtturm für den Fortschritt ist.
Es ist Zeit, diese toxische Kultur, die wir so gedankenlos absorbieren, dass wir es nicht einmal merken, aufzudröseln, zu überdenken, aufzulösen, aufzuräumen, zu sortieren, zu dezentrieren – eben zu dekolonialisieren.

 

 

Autor

Grégory Pierrot © privat

Grégory Pierrot, geboren in Frankreich, ist Dozent für Englisch an der University of Connecticut in Stamford. Er forscht zur atlantischen afrikanischen Diaspora mit Schwerpunkt auf Haiti, Frankreich, den USA und dem Vereinigten Königreich. Grégory Pierrot ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher, u.a. The Black Avenger in Atlantic Culture und An Anthology of Haitian Revolutionary Fictions.

 

Leseprobe

Mit seinem Fixie-Bike schlängelt der Hipster sich durch den Verkehr, er ist auf dem Weg zu seinem Stammlokal, früher war es das, was man eine »dive bar« nennt: eine Spelunke, dann wurde es von einigen Wallstreet-Investoren aufgekauft, jetzt heißt es Dive Bar, man kann Pabst Blue Ribbon in der Dose bestellen, das wird im Sektkübel serviert, oder frisch Gezapftes aus Kleinstbrauereien. Womöglich gibt es auch Frauen da – ihr erkennt sie an ihrer Aufmachung, zwanzig Arten, einen Pony zu tragen, Blumentattoos winden sich die nackten Arme entlang, Schichten von einst und künftig wieder coolen Klamotten – alles Vintage, denn alles Vergangene ist jetzt cool, egal ob es schon einmal cool war oder nicht –, die ganze sorgfältigst hergerichtete Nachlässigkeit. Sicherheitshalber landet alles auf Instagram und wird mit Hashtags versehen.
Das ist ein Klischee?
Natürlich ist es das. Und wie alle Klischees gehört der Hipster inzwischen einfach zur Ausstattung, eine Plage früherer Zeiten, die so nahtlos in den Stoff der heutigen eingewoben ist, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Aber das war nicht immer so. Einstmals, in der grauen Vorzeit der 1990er Jahre, bestand das natürliche Habitat des Hipsters aus ganz spezifischen, abgegrenzten urbanen Ökosystemen. (…) Jetzt ist die ganze Welt ihre Austernbar, und wir alle speisen darin.

Pressestimmen

»Das Genie dieses Buches ist nicht nur Pierrots Analyse, sondern wie er sie darlegt. Sein Humor verzichtet auf beschönigende Gemütlichkeit und entlarvt den Rückgriff des Hipsters auf Ironie als Teil des Problems.« Chelsea Stieber, Mail & Guardian

»Schnell, furios und am besten in einem Zug durchgelesen, gibt dieses Buch dem Denken einige Nahrung – und definitiv eine, die vielleicht nicht so instagrammable, dafür aber umso gehaltvoller ist.« Mik Sabiers, Morning Star

Downloads

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CC-Pierrot_Dekolonisiert_125_c_Maja Bechert

AuthorPhoto_DecolonizeHipsters_courtesyGregoryPierrot

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