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Die Frau meines Vaters

Erinnerungen an Ulrike Meinhof

Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag,
160 Seiten

Erschienen Februar 2013

 

Buch 18,00  / eBook 16,99 

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Als Tochter aus erster Ehe Klaus Rainer Röhls lernt Anja im Alter von fünf Jahren die neue Freundin und spätere Frau ihres Vaters kennen: Es ist Ulrike Meinhof.

Es entsteht eine unerwartet intensive Beziehung, die über Jahre anhält, auch als Ulrike Meinhof in Isolationshaft in Köln-Ossendorf und später in Stammheim einsitzt. Anja Röhl besucht sie im Gefängnis, erhält von ihr Briefe. Ihr Buch ist ein eindrucksvoller Beitrag für einen neuen Blickwinkel auf Ulrike Meinhof.

Autorin

Anja Roehl © Jutta Ditfurth

Anja Roehl © Jutta Ditfurth

Anja Röhl, geboren 1955 in Hamburg, Tochter aus erster Ehe von Klaus Rainer Röhl. Erster Beruf: examinierte Krankenschwester, später Studium: Germanistik, Psychologie, Sonderpädagogik und Kunst. Arbeit als freie Dozentin und Theaterrezensentin für die junge Welt und Ossietzky, zahlreiche Veröffentlichungen. Drei Kinder.

Veranstaltungen

Anja Röhl beschreibt ihre Begegnungen mit Ulrike Meinhof, der neuen Frau des Vaters, der späteren Mutter ihrer sieben Jahre jüngeren Schwestern, der kritischen Journalistin der frühen Bundesrepublik, die sich für Heimkinder einsetzt, sowie der Sympathisantin des 68er-Protestes als eine Schlüsselperson ihres Lebens. Anja Röhl selbst gelingt es, sich aus unterdrückenden Verhältnissen langsam zu befreien. Ein Coming-of-age-Roman mit viel Zeitgeschichte.


Wien
Donnerstag, 15. November, 19 Uhr

Buchvorstellung und Lesung
Veranstaltungsort: Buchhandlung & Café Librería Utopía ★ radical bookstore vienna, Preysinggasse 26-28
Eintritt freie Spende
Veranstalter: assoziation panda – Verein zur Förderung des kritischen literarischen Diskurses

Pressestimmen

»Ein beklemmendes Bild der geistigen Enge der frühen Bundesrepublik.«
Neues Deutschland

»Eine herausfordernde, oft geradezu körperlich schmerzhafte Lektüre.«
Frank Kaspar, WDR Gutenbergs Welt 

»… ein leiser, zurückhaltender Text.“
Jörg Magenau, Deutschlandradio Kultur

Leseprobe

So was hat es noch nie erlebt, dass eine so spricht. Ulrike, denkt das Kind, was die für Sachen sagt!

Nach einem Papi-Tag steigt das Mädchen aus dem Auto ihres Vaters. Da hält er sie noch mal zurück: »Übrigens, Anja! Ulrike und ich werden uns trennen.«
Das Mädchen starrt den Vater an. Der sagt, scheinbar lustig: »Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.« Das Mädchen versteht nicht. Was passiert nun mit den Kindern? Und Ulrike? Ich werde sie nie wiedersehen, denkt das Mädchen, während sie auf die Blinklichter des Armaturenbretts starrt …

Später besucht sie den Vater in dem Haus in Blankenese, das nun fast leer ist. Die Teppiche sind weg, man sieht den Holzfußboden. Der Vater grölt im Keller und trinkt und schießt mit dem Kleinkalibergewehr, endlich dürfe er das, das sei doch erfreulich, sagt er. Er prostet anderen Männern, Freunden aus seiner Firma, mit Whisky zu. Es ist laut. Das Mädchen hört den Lärm bis in die kahlen und verlassenen Zimmer.
Einzig im Arbeitszimmer des Vaters stehen noch alle Möbel, dort liegen all die Mädchenbilder für seine Zeitung herum, die sie immer schon ansehen musste. Nun hasst sie das alles noch viel mehr. Ihr Vater ist daran schuld, er hat ihr das Liebste genommen, was sie hatte: für eine kurze Zeit die Illusion einer Familie.
Eine Familie, die ein wenig, nur durch die Bande des gemeinsamen Vaters, mit ihr verbunden war. Hier hatte sie sich eingebracht und war nützlich gewesen, hier war sie wiedergeliebt worden. Sie hatte in Ulrike einen Menschen kennengelernt, der sie verstanden hatte, wie sich das Mädchen nie zuvor von jemandem verstanden gefühlt hatte.

Wer noch mehr lesen möchte, findet hier eine längere Leseprobe:

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Leseprobe

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