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Die schlechteste Hausfrau der Welt

Ein Erfahrungsbericht und Manifest

Nautilus Flugschrift

Originalveröffentlichung

Broschur
ca. 192 Seiten, ca. € 16,00

ISBN 978-3-96054-240-7

Erscheint voraussichtlich Anfang Oktober 2020

 

Nicht lieferbar

»Mit Hausarbeit kann man als Frau nie gewinnen. Macht man sie nicht, ist man eine Schlampe. Macht man sie doch, ist man eine dumme Schlampe, die sich ausbeuten lässt.«

Alle wollen über Feminismus reden, über geile, coole Themen, die junge Frauen ansprechen. Über Gender-Pay-Gap zum Beispiel, oder Körperbehaarung. Sowas. Was nicht geil ist: Hausarbeit. Was niemanden interessiert: die Unterdrückung der Hausfrau. Aber wenn Jacinta Nandi, Missy Magazine-Feministin, Lesebühnenstar und Bloggerin, darüber schreibt, dann wird das Thema interessant: Sie berichtet über ihre persönlichen Fronterfahrungen in einem Haushalt mit einem Teenager, einem Kleinkind und einem meist abwesenden Mann, der sich weigert zu helfen, schließlich ist seine Partnerin Hausfrau und ja wohl zuständig für Kinder, Küche und Kotze!
Sie stellt keine feministischen Forderungen auf, wie es sein müsste, sondern erzählt vom Alltag: von ihrer Hilfesuche bei Cleanfluencern, von Aufräumtipps von Marie Kondo, von Kinderkacke an den Wänden, Tradwives oder Haushaltsskills im Märchen. Sie stellt fest, dass sich allen feministischen Anstrengungen zum Trotz seit Silvia Federicis Forderung nach »Wages for Housework« nicht viel verbessert hat, eine 50/50-Aufteilung der Hausarbeit ist noch immer nicht durchgesetzt und scheint auch nicht durchsetzbar. Ist es überhaupt möglich, in einer Paarbeziehung mit knappen finanziellen Ressourcen die Hausarbeit gerecht zu verteilen? Jacinta Nandi hat nicht alle Antworten, aber sie stellt definitiv die richtigen Fragen – und, wie sie selbst sagt, möglichst lustig, denn die Sache an sich ist schon traurig genug.

Autorin

Jacinta Nandi © Flux FM

Jacinta Nandi wurde 1980 in London geboren und lebt seit 2000 in Berlin. Für die taz schrieb sie die Kolumne »Die gute Ausländerin«, außerdem publiziert sie regelmäßig im Missy Magazine und der Jungle World. Sie ist Mitglied der Lesebühnen Rakete 2000 und Surfpoeten. Bisher erschienen von ihr die Bücher Deutsch werden: Why German people love playing frisbee with their nana naked (2011), Fish’n’Chips & Spreewaldgurken. Warum Ossis öfter Sex und Engländer mehr Spaß hatten (mit Jacob Hein, 2013) und nichts gegen blasen (2015).

Leseprobe

Ich tropfe Lemongrass Essential Oil in einen Glasreiniger und spritze das Badezimmer voll. Ich habe nämlich gehört, dass Lemongrass gegen ADHS wirken kann. Mein großer Sohn hat eine ADHS-Diagnose, will aber die Pillen nicht nehmen, denn ihm wird davon übel. Er kotzt auf dem Weg in die Schule. Jetzt versuchen wir, sein ADHS mit Ergotherapie zu behandeln, es klappt so, naja, ein bisschen. Schaden tut es nicht. Einmal pro Woche ruft mich eine Lehrkraft aus der Schule an, und sagt mir, dass es so nicht weitergeht. Ich tue, was ich kann. Heimlich ätherische Öle überall in der Wohnung verspritzen. Jetzt putze ich den Spiegel. Mein Freund kommt heute nach Hause, er ist gerade zwei Wochen weggewesen.
Ich gucke mein Gesicht im Spiegel an und seufze. Wie ist es dazu gekommen, dass ich, Jacinta Nandi, Missy-Kolumnistin, Feministin, Riotmama, dass ausgerechnet ich aus Versehen in einer Beziehung gelandet bin, in der mein Freund erwartet, dass ich 100% der Hausarbeit und Kinderbetreuung mache? Es ist irgendwie passiert, es ging total leicht, aber ich verstehe immer noch nicht wirklich wie.

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