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Doggerland

Roman

Aus dem Französischen übersetzt von Cornelia Wend

Deutsche Erstausgabe

Gebunden mit Schutzumschlag
ca. 272 Seiten, ca. € 22,00

ISBN 978-3-96054-232-2

Erscheint voraussichtlich Anfang Oktober 2020

 

Nicht lieferbar

Doggerland zeigt die Rückseite des Sturms, mit Sätzen wie rhythmische Nordseewellen und mitreißendem Sog

Schmelzende Gletscher, ansteigende Meere und ein dramatischer Erdrutsch haben das Doggerland vor 8000 Jahren verschwinden lassen. Damals verband das schon in der Steinzeit besiedelte Gebiet Großbritannien mit dem Kontinent; es gilt als das »alte Herz Europas«. Heute ist das mysteriöse Land ein Schlüssel zum Verstehen des Klimawandels für die Wissenschaft – und zugleich den Zugriffen der Offshore-Industrie ausgesetzt.

Margaret, Geologin aus Aberdeen, erforscht seit dem Ende der 80er Jahre das Doggerland, als sie dafür eine Karriere in der Ölindustrie ausschlug. Marc hingegen hat den Fachbereich Geologie an der Universität St. Andrews und seine damalige Freundin Margaret gleichermaßen abrupt verlassen und gegen ein abenteuerliches Leben als Ingenieur auf den Bohrinseln der Welt eingetauscht. Zwanzig Jahre später sind beide zu einem Kongress in Dänemark eingeladen. Sie könnten sich dort wiedersehen. Doch am Vorabend ihrer Anreise, am 5. Dezember 2013, wird in Großbritannien Warnstufe Rot ausgerufen: Orkan Xaver nähert sich Nordeuropa. Der Roman folgt dem Weg des Sturms und seiner zunehmenden Stärke voller Faszination; Xaver erweckt die Geister des Doggerlands zum Leben, genauso wie die Erinnerungen an die Zeit vor zwanzig Jahren – und stellt zugleich die Extrembedingungen infrage, unter denen der Mensch die immer weitere Ausbeutung der Natur vorangetrieben hat.

Autorin und Übersetzerin

Elisabeth Filhol © Fabien Tijou / P.O.L.

Elisabeth Filhol wurde 1965 in Mende/Lozère geboren. Sie hat Wirtschaftswissenschaften studiert und als Buchprüferin in der Industrie, im Finanzwesen, in der Wirtschaftsanalyse und als Beraterin von Betriebsräten gearbeitet. Heute lebt sie in Angers. 2011 erschien ihr Debütroman Der Reaktor (orig. La Centrale, 2010), auf Französisch erschien 2014 außerdem der Roman Bois II. Doggerland ist ihr dritter Roman.

Cornelia Wend, geboren 1965 in Detmold, studierte Französisch und Germanistik in Hannover, Hamburg und Rouen. Seit 1994 arbeitet sie als freie Journalistin und Übersetzerin, u.a. von Jérôme Leroy, Patrick Pécherot, Paul Colize und Chloé Mehdi.

Leseprobe

Sie haben gesehen, wie es geboren wurde, wie es im Meer vor Island aus dem Nichts auftauchte. Sie verfolgten gebannt, wie es sich entfaltete, eingenistet im Inneren eines Tiefdruckgebiets, gezeugt von einem Schwall subtropischer feuchter Luft, der sich an die Grenzen des atlantischen Ozeans verirrt hatte. Und nun explodiert es förmlich, eine Bombe. Wie in einem Film, den man im Schnellvorlauf abspielt, da war nichts und nun ist es da. Man spricht es auf Französisch eher wie Xavère aus und weniger wie Xavier, noch ist Xaver keine Katastrophe, noch ist es ein schönes Anschauungsobjekt. Als solches verdient es, auf Initiative der europäischen Meteorologen, mit einem eigenen Taufnamen ausgezeichnet zu werden. Es bringt alles dafür Nötige mit, tauchte unerwartet auf, war unvorhersehbar, und ist ausreichend spektakulär.
Sie haben gesehen, wie es südöstlich vor Grönland erschien, wie es in Rekordzeit dreist seine Schale durchbrach, vor den Augen der von Tempo und Ausmaß des Phänomens kalt erwischten numerischen Wettervorhersagemodelle.
Sie haben gesehen, wie es sich einkringelte, sich einrollte in einer von der Konvektion angetriebenen Bewegung, und wie es im Zeitraffer, aufgeputscht durch einen schwindelerregenden Druckabfall in diesem Gebiet, seinen Durchmesser vergrößerte. Da war nichts und urplötzlich ist es da, von Anfang an ganz es selbst, ein Titan, kaum auf der Welt, schon aktiv und im Vollbesitz seiner Kräfte. Jetzt erwacht es über dem Nordatlantik zu Leben und sprengt sogleich den Bildschirmrahmen, dabei nimmt es ohne weitere Umschweife eine vollendete Form an, wie Athene, die in voller Rüstung dem Schädel ihres Vaters entsprang.

Pressestimmen

»Gelegentlich wird die Arbeit des Schriftstellers mit der eines ›Seismografen der Seele‹ verglichen; selten wurde diese Metapher so weit getrieben und mit so schlüssiger Eleganz umgesetzt wie in Doggerland Le Monde des Livres

»Filhol erkundet die Beziehungen zwischen Mensch und Natur und seinen jahrtausendealten Willen, sie zu domestizieren.« L’Humanité

»Was für ein sonderbares Buch, was für ein kühner, wundersamer und extravaganter Roman! (…) Unter der scheinbaren Trockenheit, unter dem Eis eines radikalen Stils: Feuer, Leidenschaft und Tod…« Télérama

Downloads

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CC_Filhol_Doggerland_125_c_Maja Bechert

Filhol_c_Fabien_Tijou_P_O_L_100x150

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Elisabeth Filhol Der Reaktor

Der Reaktor

Buchinfos

Gebunden mit Schutzumschlag, 128 Seiten

18,00 

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