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Phantombilder

Die Polizei und der verdächtige Fremde

Nautilus Flugschrift

 

Originalveröffentlichung

Broschur, ca. 192 Seiten

ca. € 16,00

ISBN 978-3-96054-257-5

Erscheint Anfang September 2021

 

Nicht lieferbar

Eine kulturhistorische Analyse von Polizeigewalt und institutionellem Rassismus – und ein Plädoyer für eine konstruktive Debatte

Nach der Ermordung von George Floyd und Breonna Taylor in den USA finden Forderungen nach einem nachhaltigen Mentalitätswandel der Polizei weltweit Resonanz. Auch für Deutschland stellt sich die Frage: Wie ist das Ausmaß an Gewalt und Diskriminierung gegen von Rassismus betroffene Menschen durch die Polizei zu erklären? Wo können dringend notwendige Veränderungen für eine neue Polizeikultur ansetzen?
In ihrem kulturgeschichtlichen Essay zeigt Georgiana Banita: Das wirkmächtige Phantombild des »Fremden« war schon immer Zielscheibe und ideologische Begründung westlicher Polizeiapparate. Das Narrativ des verdächtigen, potenziell gefährlichen Fremden ist Ursprung und Hintergrund eines polizeilichen Generalverdachts gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, Schwarzen Menschen und People of Color.
So führte die Polizei in den USA erst nach Abschaffung der Sklaverei tödliche Schusswaffen ein, um die befreiten Sklaven zu disziplinieren, und auch Europa militarisierte seine Polizei infolge der Migration aus ländlichen und Kolonialgebieten in die industriellen Zentren. Ob es um den Gebrauch von Schusswaffen, Racial Profiling, Rasterfahndung oder KI-gestützte Kriminalitätsprognosen geht, um Abschiebung, Grenz- oder Infektionsschutz: Die Abwehr des (vermeintlich) Fremden ist aus den Logiken und Praktiken polizeilicher Kontrollarchitekturen nicht wegzudenken.
Wissenschaftlich fundiert und flankiert von staatstheoretischen und ästhetischen Reflexionen entfaltet »Phantombilder« eine Kulturgeschichte der polizeilichen Verdachtsschöpfung und schafft die Grundlage für eine konstruktive Debatte über die Polizei, die wir dringend brauchen.

Autorin

Georgiana Banita © FotoKohler

Dr. Georgiana Banita, geboren 1980 in Bârlad, Rumänien, Studium der Anglistik und Germanistik an den Universitäten Iași und Konstanz, Promotion in Amerikanistik an der Universität Konstanz, Habilitation an der Universität Bamberg. 2016 initiierte sie die Konferenz »Black America and the Police« an der Universität Bamberg, wo sie seit 2017 an der Trimberg Research Academy forscht. Dort leitet sie das Forschungsprojekt »Sicherheit für alle: Polizeikultur in einer Einwanderungsgesellschaft«.

Inhalt

Defund the police? Eine überfällige Debatte +++ Auf Knien: Poetik und Protest +++ Der fremde Tatverdächtige +++ Racial Profiling in der Terrorabwehr +++ Muslimisch, männlich, jung +++ Haut und Tortur: Über Polizeigewalt +++ Nekro-Polizei: Wenn der Staat tötet +++ Staatstheorie und Gewalt +++ Die Polizeidienstwaffe: eine Biografie +++ Ballistischer Rassismus +++ Krypto-Polizei: Das geheime Leben der Akte +++ Die Matrix: Strafjustiz und Statistik +++ Predictive Policing: Der antizipierte Täter +++ Algorithmische Prognosen im Kriminalroman +++ Xeno-Polizei: Staatliche Immunsysteme +++ Mauerwerke: Sinn und Unsinn der Grenzpolizei +++ Die Unsichtbaren: Rituale der Abschiebung +++ Was tun? Perspektiven für eine neue Polizeikultur

Downloads

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CC-Banita_Phantombilder_125_c_Maja_Bechert

Banita_©_FotoKohler

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