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Urs der Berserker

Kriminalroman

Originalveröffentlichung

Broschur, 248 Seiten

ca. € 18,00

ISBN 978-3-96054-315-2

Erscheint im März 2023

 

Nicht lieferbar

»Warum hast du ihn nicht oben auf dem Berg erschossen, als er hilflos vor dir am Boden lag? Das frage ich mich heute noch.«

Urs Zobel besitzt das kleine Hotel Swiss in der Münchner Schillerstraße. Das Bahnhofsviertel ist Rotlichtbezirk und Arbeitsstrich, wo sich die Nationalitäten mischen und die Gestrandeten sammeln. Dank der spekulativen Veredelung der Gegend wird die Schrottimmobilie bald zu einem Juwel werden. Urs ist der Sonderling unter all den muskelbepackten Vollmännern, den selbstbewussten Barbesitzerinnen und Händlern in seinem Kiez.
Eines Abends gerät direkt vor seinem Hotel ein Auto aus der Kurve, rast den Bürgersteig entlang und bringt mehrere Menschen zu Tode. Die Sozialen Medien befeuern die Deutung als islamistisches Attentats, die Polizei postet Warnungen. Urs hat das Geschehen anders erlebt. Auf dem Beifahrersitz des Porsche Cayenne glaubt er den Mann zu erkennen, der ihn als Jugendlichen auf Sardinien entführt und wochenlang gefangen gehalten hat. Sein Vater hatte damals nur das Lösegeld für die Mutter aufbringen können und dafür fast all seine Hotels verkauft.
Aber kann Urs seiner Wahrnehmung trauen? Zu dumm, dass er am Tag vor dem Unfall von dem in Wodka eingelegten Fliegenpilz gekostet hat, den ein etwas seltsamer Hotelgast aus Russland ihm kürzlich als Geheimrezept der Berserker hinterlassen hat. Als er seine Eindrücke sortieren und überprüfen will, scheint er mit seinen Fragen in ein Wespennest zu stechen. Nun will er es erst recht wissen, doch die Reise in die Vergangenheit hat ihren Preis …

Autor

Max Bronski © Monika Stein

Max Bronski (Franz-Maria Sonner), geboren 1953 in Tutzing, ist Autor zahlreicher Kriminalromane. 2019 erhielt er den Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres. Zuletzt erschien 2021 Halder. Max Bronski lebt in München und Hannover.

Leseprobe

Das Zimmer war dunkel, nur durch die Vorhänge sickerte das Licht der Leuchtreklame. Igor saß auf seinem Fellmantel, den er auf dem Boden ausgebreitet hatte. Auf dem Tisch bemerkte ich einen bewegten Lichtpunkt, ein zumeist blau glimmendes Flämmchen am Docht einer kleinen Lampe. Es speiste sich aus aromatisiertem Öl, das einen buttrig-sauren Geruch mit einer deutlichen Note von nassem Ziegenfell im Raum verbreitete. Ich dachte sofort, ohne dass ich je damit in Berührung gekommen wäre, an Yak-Butter. Die fremde Atmosphäre verwandelte mein Zimmer Nummer acht in Igors Jurte, in der ich zu Gast war. Nichts schien mir natürlicher, als mich ebenfalls auf den Boden zu setzen. Igor quittierte es mit einem zustimmenden Lächeln. Er widmete sich interessiert den Sandwiches, hob dazu die obere Brotscheibe an, um den Belag zu inspizieren, und begann dann mit gutem Appetit zu essen. Ich goss Tee ein, wir tranken, und ich hatte den Eindruck, dass etwas Farbe in seine bleichen Wangen zurückkehrte.
Dann beging ich den Fehler, noch bevor er anheben konnte zu erzählen, unser Gespräch mit der Frage zu eröffnen, was ihn denn nach München geführt habe? Er schüttelte den Kopf.
»Das willst du nicht wissen.«

Downloads

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CC-Bronski_Urs-der-Berserker_125 (c) Maja Bechert

Bronski_c_Monika-Stein_sw

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Halder

Buchinfos

Broschur, 160 Seiten

16,00 

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