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Die Verdunkelten

Kriminalroman

Krimibestenliste November 2018

Aus dem Französischen
von Cornelia Wend

Deutsche Erstausgabe
Klappenbroschur
224 Seiten

Erschienen September 2018

 

18,00 

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»Ein Lob auf das Nutzlose als Mittel des Widerstands.« Libération

Man nennt sie die »Verdunkelten«. Plötzlich gehen sie, eines Morgens, nehmen nur das absolute Minimum mit sich, oder auch gar nichts. Ohne eine Spur verlassen sie ihre Partner, Ehefrauen, Kinder, Haustiere – so viele, dass die Polizei nicht einmal mehr Vermisstenanzeigen aufnimmt. Sie lösen sich in Luft auf, wie die ganze Epoche sich auflöst: Öffentliche Gebäude und Plätze sind von Attentaten verwüstet, der Müll wird nicht mehr abgeholt, Tränengas hängt in der Luft. Seit den Anschlägen von 2015 befindet sich Frankreich in einem Zustand ständigen Aufstands. Der Geheimdienst versucht, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.
Auch Guillaume Trimbert, 55 Jahre alt, Autor, ehemaliger Lehrer, ehemaliger Ehemann, ehemaliger Held linksextremer Demos, hat eine »Gefährder-Akte«, und Agnès Delvaux, gerade 30 Jahre alt, Hauptmann des Geheimdienstes, beobachtet ihn. Sie dringt in seine Wohnung ein, sobald er diese verlässt. Aber was treibt sie dazu, nicht nur seinen Briefkasten zu durchwühlen, sondern auch an seinen Hemden zu schnuppern und seine Platten zu hören?
Siebzehn Jahre später, in einem idyllischen Weiler, der von Karren und Kaminfeuern geprägt ist, erzählt Agnès ihrer Tochter Ada, was ihr Leben verändert hat zu einer Zeit, als sich die Welt veränderte.

Autor

Jérôme Leroy © Patrice Normand

Jérôme Leroy © Patrice Normand

Jérôme Leroy, geboren 1964 in Rouen, ist Autor, Literaturkritiker und Herausgeber. Er hat als Französischlehrer gearbeitet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.

Leroy hat zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, auf Deutsch erschienen bisher Der Block (2017), ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis in der Kategorie International (3. Platz) und Die Verdunkelten (2018). Auf Französisch erschien zuletzt La Petite Gauloise (2018).

Veranstaltungen

Man nennt sie die »Verdunkelten«. Plötzlich gehen sie, ohne eine Spur verlassen sie ihre Partner, Ehefrauen, Kinder, Haustiere – so viele, dass die Polizei nicht einmal mehr Vermisstenanzeigen aufnimmt. Sie lösen sich in Luft auf, wie die ganze Epoche sich auflöst.


Köln
Mittwoch, 20. März

Lesung und Gespräch
Moderation: Dina Netz (Deutschlandfunk)
Veranstaltungsort: Buchhandlung Goltsteinstraße, Goltsteinstraße 78

Magdeburg
Freitag, 22. März, 17 Uhr

Lesung und Gespräch in französischer und deutscher Sprache
Veranstaltungsort: Mediathek Institut Français in der Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109
Eine Kooperation des Institut Français Sachsen-Anhalt und der Stadtbibliothek

Leipzig
Samstag, 23. März, 16 Uhr

Signierstunde mit Jérôme Leroy im Rahmen der Leipziger Buchmesse
Veranstaltungsort: Messestand des Institut Français, Halle 4, Stand C 502

Leipzig
Samstag, 23. März, 20 Uhr

Frankophone Kriminacht im Rahmen von Leipzig liest
Lesungen und Gespräche mit Jérôme Leroy, Chloé Mehdi, Vincent Almendros und Oliver Norek
Moderation: Peter Escher (MDR)
Veranstaltungsort: Institut Français, Thomaskirchhof 20
Eintritt frei
Eine Veranstaltung des Institut Français Leipzig und Quais du Polar Lyon

Pressestimmen

»Ein rätselhaftes, manchmal gar zauberisches, sanft melancholisches Buch, das hin und wieder knallharte Gewalt schildert, ganz beiläufig und cool.«
Thomas Wörtche, Deutschlandfunk Kultur

»›Die Verdunkelten‹ ist ein Endzeit-Thriller, der mit unseren täglich von den Medien befeuerten Ängsten spielt. Hellsichtig rechnet Jérôme Leroy das theoretisch Mögliche zum Untergangsszenario hoch. Zutiefst beunruhigend, ja verstörend.«
Christoph Vormweg, Deutschlandfunk

»Jérôme Leroy hat ein Händchen dafür, politische Realität in äußerst spannende Prosa zu packen. Mit ›Die Verdunkelten‹ legt er nun ein Buch vor, das nichts weniger als den Zusammenbruch des Kapitalismus in Szene setzt. Ein großartiger Roman.«
Florian Schmid, der Freitag

»In ›Die Verdunkelten‹ entwirft Jérôme Leroy in der Tradition des Roman noir eine dystopisch verfremdete, in all ihrer Härte skizzierte Gesellschaft der Gegenwart, in der einige Denkmuster und Tabus unserer Zeit gebrochen werden. Der Leser schwebt von Anfang an, durch geschickten Spannungsaufbau und literarische Raffinesse gefesselt, zwischen Vertrautheit und Schock, Apokalypse und Satire. Ein Thriller, der einem auf vielen Ebenen den Atem nimmt.«
Jeannette Villachica, Wiener Zeitung

Pressestimmen zum Original:

»In geschliffenstem Stil entfaltet Leroy hier eine Art unzeitgemäße Melancholie, ein Lob auf das Nutzlose als Mittel des Widerstands und auf die nicht für den augenblicklichen Anschluss an alles aufgewendete Zeit.« Libération

»Gesellschaftskritik und Utopie gehen Hand in Hand in diesem Buch, das daherkommt wie ein Thriller. Was sich am Ende zeigt, ist eine machtvolle und erschütternde Parabel.« L’Humanité

»Auf Jérôme Leroys Romane kann man nicht mehr verzichten.« Figaro Littéraire

»In diesem knarzenden Thriller malt Jérôme Leroy das Verlassen und die Poesie als Massenvernichtungswaffen gegen den Kapitalismus aus. Ein köstlicher Kampf, bei dem Oblomow die World Company niederstreckt.« Paris Match

»Ein politischer Roman, ein Zukunftsroman, ein Gesellschaftsroman, ein Roman Noir, ein Roman über vergangene Zeiten und verblichene Lieben, Die Verdunkelten ist all das auf einmal.« La matricule des anges

»Saudade, Genosse! Jérôme Leroy, ehemaliger Lehrer und heute erfolgreicher Krimiautor, hat mit Die Verdunkelten einen ausgezeichneten, hochpolitischen Roman veröffentlicht. Ein Meister der Mehrdeutigkeit.« Transfuge

»Welches Thema auch immer er behandelt, Jérôme Leroy denkt und schreibt als Dichter. Selbst in seiner schwärzesten Prosa findet sich immer ein Sonnenstrahl, das Lächeln einer schönen Unbekannten, das perlende Lachen eines Kindes. (…) Die Verdunkelten ist eine dieser außergewöhnlichen Erzählungen, in denen der Schritt auf die andere Seite des Spiegels das Allergewöhnlichste ist. Kurz, eines dieser Bücher, bei denen das Entzücken das Entsetzen meistert.« SudOuest Dimanche

Leseprobe

Man müsste sich verflüchtigen, ein für alle Mal verschwinden. Ich rede selbstverständlich nicht von Selbstmord. Nein, einfach weggehen. Ich weiß nicht, ob »weggehen« das richtige Wort ist. Man muss sich dazu nicht geografisch entfernen, nicht unbedingt. Man könnte zunächst in einem anderen Viertel leben, wenn die Stadt groß genug ist. Das würde schon reichen, zumindest für den Anfang. Dann hätte man eine neue Wohnung, ein neues Haus, einen anderen Garten, einen anderen Blick auf die Dächer, die Bäume, die Kirchtürme …
Allein schon durch die Tatsache, dass ich dann andere Wege zurücklegen würde, wäre ich so gut wie unsichtbar, das wäre ein guter Anfang. Die Stadt sähe anders aus, die Gesichter der Entgegenkommenden ebenfalls. Man müsste auch seinen Tagesablauf variieren, nicht mehr zur gewohnten Zeit rausgehen. Das könnte für eine Weile dieses immer drängender werdende Bedürfnis befriedigen, woanders und anders zu sein. Niemandem Bescheid sagen, es nicht groß ankündigen, jedes Pathos vermeiden.

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Leseprobe »Die Verdunkelten«

Downloads

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CC Leroy_Verdunkelte_125_©Maja_Bechert

Jérôme Leroy © Patrice Normand

Jérôme Leroy © Patrice Normand

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Jérôme Leroy Der Block

Der Block

Buchinfos

Klappenbroschur, 320 Seiten

19,90 

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