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Laborschläfer

Roman

Originalveröffentlichung

Gebunden mit Schutzumschlag
328 Seiten

Erschienen März 2022

 

24,00 

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»Es geht um die Assoziationskette, die da abläuft. Nicht die Traumreste, vergessen Sie mal vorübergehend Freud.«

Rainer Roloff führt ein zurückgezogenes Leben. Fragte man ihn nach seiner Erwerbsbiografie, so würde er sich als Privatgelehrter bezeichnen. Struktur bekommt sein Leben dank einer Langzeitstudie zum Einfluss des Schlafs auf das Gedächtnis, an der er als Proband teilnimmt. Dafür reist er regelmäßig von Köln nach Düsseldorf, selbst in Zeiten der Pandemie, um im Labor seine an das Aufwachen anschließenden Gedanken zu Protokoll zu geben.
Roloff, ein Jahr älter als die Bundesrepublik, ist ein idealer und ergiebiger Proband, mit einem Elefantengedächtnis und Aufmerksamkeit für den Zusammenhang zwischen dem kollektivem Unbewussten und der individuellen Erinnerung. Dr. Meissner, der die Studie leitet, findet überwiegend sehr gelungen, was sein Proband ihm in einer Mischung aus zeitgeschichtlicher und persönlicher Erinnerung und spielerisch-absurder Noch-Traum-Logik erzählt. Doch dann gerät das Gedächtnis des Schlafforschers selbst aus dem Gleichgewicht…

Einmal mehr erweist sich Jochen Schimmang als Meister einer nonchalanten Melancholie, als hintersinniger Chronist der Geschichte, deren teilnehmender Beobachter er ist.

Autor

Jochen Schimmang © Eric Wolfe

Jochen Schimmang, geboren 1948, studierte Politische Wissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Er ist freier Schriftsteller und Übersetzer und lebt in Oldenburg. 2010 erhielt er für seinen Roman Das Beste, was wir hatten den Rheingau Literatur Preis und 2012 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für Neue Mitte. 2017 erschien sein Roman Altes Zollhaus, Staatsgrenze West, 2019 die Erzählungen Adorno wohnt hier nicht mehr. 2019 wurde Jochen Schimmang mit dem erstmals verliehenen Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen ausgezeichnet, 2021 erhielt er den Italo-Svevo-Preis für sein Lebenswerk.

Leseprobe

Mein Gedächtnis dagegen, so viel habe ich in den letzten anderthalb Jahren gelernt, ist keineswegs meine Privatsache, so wenig wie die leergefegten Straßen, als ich heute Morgen einkaufen ging. Hinterm Küchenfenster sind die Gleise vom und zum Hauptbahnhof leerer als sonst, und die Erschütterungen der ein- und ausfahrenden Züge sind deutlich weniger geworden. Das Haus zittert nicht mehr. Wer weiß, wann der endgültige Stillstand kommt.
Meine Träume sagen nur mir etwas, und meistens ist nicht einmal das der Fall. Aber dass ich auf diesem Hocker saß und von Barschels Tod erfuhr, dass ich im Agnesviertel wohnte, einem schönen Altbauviertel im Norden der Kölner Innenstadt, dass ich nicht arbeitete –
Warum arbeitete ich damals nicht? Ich erinnere mich, ich hatte gerade mal wieder aufgehört.

Leseprobe Schimmang, Laborschläfer

Pressestimmen

»Es ist ein literarischer Coup, den Jochen Schimmang da landet. ›Laborschläfer‹ ist ein unglaublich kompaktes, inhaltlich und literarisch schwergewichtiges Werk, durchzogen mit popkulturellen Zitaten, literarischen Anspielungen, Wortspielereien (…) Schimmang seziert Geschichte, aber auch die Gegenwart ganz klug und scharf, aber auch immer süffisant und sarkastisch.« Katrin Krämer, Bremen Zwei

»Wer diesen anspielungsreichen Roman liest, gewinnt schnell den Eindruck, dass er im Grunde ewig so weitergehen könnte, ja, sollte. Das liegt vor allem am Protagonisten: Rainer Roloff ist eine typische Schimmang’sche Aussteigerfigur, ein sympathisch-skurriler Kauz mit dem ›Markenzeichen Melancholie‹, ein ambitionsloser Lebenskünstler, der sich zeitlebens allen Erwartungen erfolgreich entzogen hat (…), ganz nach dem Vorbild seiner literarischen Lieblingshelden Bartleby und Oblomow.« Oliver Pfohlmann, taz

»Es ist ein durchweg amüsanter Roman über das Erinnern und über das Vergessen. Lakonisch schildert Jochen Schimmang die kleinen Siege und Niederlagen seines Helden. (…) Und wenn Leser und Leserin dann feststellen, dass sie im Netz nach einer Szene mit Jutta Lampe aus den ›Sommergästen‹ fahnden, die der Erzähler so sehr herausstellt, dann ist dies doch ein Nachweis dafür, dass man sich aufs Schönste in diesen Geschichtenstrudel des Laborschläfers verfangen hat.« Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau

Downloads

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CC-Schimmang_Laborschlaefer_125_Maja_Bechert

Jochen Schimmang © Eric Wolfe

Jochen Schimmang © Eric Wolfe

Schimmang © Karin Eickenberg 2022_1

Schimmang © Karin Eickenberg 2022_2

Schimmang © Karin Eickenberg 2022_3

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