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Jahreszeiten

Schrift und Bilder

Aus dem Englischen übersetzt und herausgegeben von Klaudia Ruschkowski

Deutsche Erstausgabe
Gebunden mit Schutzumschlag,
128 Seiten,
illustriert mit Bildern und Fotos

ISBN 978-3-89401-753-8
Erschienen Mai 2012

22,00 

Lieferzeit: Büchersendung (ca. 5 Werktage per Post)

»Jahreszeiten« ist ein Gang mit der Sonne in vier Etappen, eine Suche nach dem, was hinter dem wechselnden Wetter der Geschichte, der politischen Entscheidungen, der Katastrophen und des eigenen Ichs verborgen bleibt: »Sein ist ein Vorgang, nach dem wir suchen, während er sich ereignet.« Etel Adnan fächert ihre Persönlichkeit unter verschiedenen Blickwinkeln auf und übergibt sie als Welt für sich der Wahrnehmung des Lesers.

»Denken heißt nicht, über etwas nachsinnen, sondern Zeugnis ablegen.« Diesen Satz stellt Etel Adnan ihrem jüngsten Text voran. Es geht um Wahrnehmung all dessen, was unser Leben ausmacht: Momente des Alltags, Form und Funktion von Gegenständen, die Natur in ihren Veränderungen, Gefühle und Befindlichkeiten, Blicke auf andere Menschen, Einblicke in sich selbst – aber auch um die Gewissheit, in einen Zusammenhang eingebunden zu sein, der über das Sichtbare hinausgeht, der die Gegenwart dort justiert, wo sie sich befindet: im Raum, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Etel Adnan spricht von Universum und Geschichte und eröffnet eine neue Ebene der Wahrnehmung, die unser Leben in einen historischen, metaphysischen und spirituellen Kontext stellt – vermittelt durch Sprache, durch den Wechsel von Tonarten, durch den spezifischen Klang. Nur so kann ein Satz zu einem Gedanken werden, der es vermag, »Zeugnis abzulegen«.

Autorin

Etel Adnan © Felix Gruenschloss

Etel Adnan © Felix Gruenschloss

Etel Adnan, Schriftstellerin und Malerin, wurde 1925 in Beirut, Libanon, geboren. Ihre Mutter war eine christliche Griechin aus Smyrna, ihr Vater ein muslimischer Syrer. Besuch französischer
Schulen in Beirut, 1949 Studium der Philosophie in Paris, ab 1955 in den USA. Von 1958 bis 1972 unterrichtete sie Geisteswissenschaften und Philosophie in San Rafael, Kalifornien. 1972 Rückkehr nach Beirut, Feuilletonredakteurin der Zeitung Al-Safa. Zwei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs zog sie nach Paris, 1979 ging sie wieder nach Kalifornien. Heute lebt sie in Paris.
Für ihre Verdienste um die arabische Welt wurde Etel Adnan 2010 vom libanesischen Präsidenten Michel Slaiman mit dem Staatspreis ausgezeichnet.
Nachdem Etel Adnan auf der dOCUMENTA (13) 2012 einen eigenen Raum für ihre Bilder und Zeichnungen hatte, wurde ihre Kunst auch andernorts prominent ausgestellt. Am 15. Juni 2018 wird im Zentrum Paul Klee in Bern eine große Ausstellung mit Etel Adnans Werken eröffnet.

»Etel Adnan ist eine der großen Poetinnen unserer Zeit und eine wunderbare visuelle Künstlerin. Sie bildet die Brücke zwischen Poesie und Malerei.« Hans Ulrich Obrist

»Etel Adnans Neugier ist grenzenlos und ihre Lust auf das Leben ansteckend und immer wieder überraschend.« Corinna Harfouch

 

Pressestimmen

»… tiefgründig, leichthändig, politisch sensibel.«
Meike Fessmann, Tagesspiegel

»… ein Kosmos an Erfahrung, ein immenser Speicher an Erlebtem und Gelesenem.«
Marina Achenbach

Leseprobe

Die Geschichte reitet nicht mehr auf Kamelen, frisst aber immer noch Staub.

Verbindungslinien liegen seither tief unter der Haut begraben. Nebel breitet sich über der Geschichte aus, ohne sich zu heben. Unordnung ist chronisch, Preisgabe, im Kern erotisch. Opfer sind gefährlich in ihrer Rache.

Kann man Erinnerung brechen, wie man Stein bricht durch Stein? Hat Erinnerung die Funktion, zuerst zusammenzubrechen, durch eigenes Zutun, dann die Teile aufzusammeln und sie wieder zusammenzusetzen, aber unbeholfen, niemals so, wie sie gewesen waren? Ist ein gebrochenes Bewusstsein nur gebrochen, oder hat es sich vervielfältigt? Könnte ein Gehirn, kollabiert, aber wieder zusammengeflickt, erneut den Frühling an Kaliforniens nördlicher Grenze genießen und sich bewusst sein, dass nur Musik die Durchdringung unserer Augen durch blühende Bäume zum Ausdruck bringen kann?

Als wäre Schmerz eine Metapher für Genuss. Mit dieser Aussage ist der Fall erledigt. Wasser durch Rinnsteine leiten und die blauen Eichelhäher mit Beeren füttern, der perfekte Balanceakt der Natur. Es wäre absurd, Theorien zu Rate zu ziehen, um die rostfarbenen Berge Kaliforniens zu besteigen. Für Liebende ist Liebe kein Spiel. Im Zuge ihrer Zerstörung zerbrechen Körper wie Glas oder zerbröseln wie weicher Kuchen.

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Leseprobe

Ausstellung im Zentrum Paul Klee Bern

15. Juni – 7. Oktober 2018

Die große Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit Etel Adnan entstanden. Zu sehen sind Gemälde von vibrierender Farbigkeit, Leporellos und Arbeiten auf Papier voller Poesie, eine Filmarbeit und großformatige Tapisserien.
Adnan entdeckte Paul Klee anfänglich über seine Tagebücher in den 1960er-Jahren. Sein Werk und seine Texte sollten sie in ihrer künstlerischen Tätigkeit nachhaltig prägen. Die Ausstellung entwickelt einen Dialog zwischen Etel Adnans und Paul Klees Werk.

Weitere Titel in der Edition Nautilus:

Etel Adnan Gespräche mit meiner Seele

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Originalveröffentlichung
Gebunden mit Schutzumschlag,
128 Seiten

22,00 

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80 Seiten, Paperback,
18 x 26 cm Querformat
26 farbige Abbildungen,
7 s/w-Abbildungen

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