Adrian Berlenberg ist fünfzehn. »Anklagen. Rächen. Zuschlagen« – das ist es, was sich der Ich-Erzähler vom Studentenaufstand der sechziger Jahre erhofft. Es gärt in ihm. Aber ins Zentrum der Ereignisse gerät Adrian nie, er bleibt eine Randfigur, die beobachtet. Die Probleme sind naheliegender, praktischer Art: Wie kommt man an Mädchen ran, wie zeigt man Lehrern die Grenze? Und dann muss ja jeder Zentimeter Haarlänge nach allen Seiten verteidigt werden. Bloß keine faulen Kompromisse mit den Spießern, den Kleinbürgern, mit denen, die für den Faschismus verantwortlich waren und überhaupt für den ganzen Zwang, aus dem er raus will, egal wohin. Aber: Wer hat recht? Was ist wahr? Wo ist die richtige Stelle?
Als die Beatles Rudi Dutschke erschossen
3., durchgesehene Auflage der Erstausgabe von 1996
136 Seiten
Erschienen September 2024
Nur als E-Book erhältlich
10,99 €
| Buchinfos | 224 Seiten, Nur noch als E-Book erhältlich |
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Autor

Franz-Maria Sonner © Peter Frese
Franz-Maria Sonner, geboren 1953 in Tutzing, lebt in München und Hannover. Er schreibt Hörspiele und Romane und ist Träger des Glauser-Preises. Unter seinem Pseudonym Max Bronski schreibt er Kriminalromane. 2023 wurde er mit dem Radio-Bremen-Krimipreis ausgezeichnet.
Leseprobe
Mano war wie ich ein Neuer. Er ging auf das Wilhelmsgymnasium und war dort für den Jour fixe der USSG agitiert worden. Mano rauchte Zigarillos, hatte etwas Degoutantes an sich und grinste, während er sprach. Er war ganz in Schwarz gekleidet: spitze, schwarze Beatstiefel, schwarze Cordjacke und -hose, sogar schwarzes Hemd. Die blonden Haare etwas schmierig und nach Rockerart nach hinten gestrichen. Mano war klein und dicklich, hatte jedoch die Hose nicht unten an der Hüfte sitzen, sondern über den Bauch gezogen. Er schien nur dem ersten Eindruck nach plump, denn sein Gang hatte etwas Tänzelndes, und die Bewegungen seiner Hände, weiß, klein und gepflegt, hatten Eleganz. Was Mano sagte, klang hart und gefährlich und ging mir erstmal gegen den Strich. Aber bald schon zeigte sich, dass wir zwei waren, die sich gesucht und gefunden hatten. Er brauchte einen Resonanzraum für seine Ansichten, ich jemand, der sich traute, wirklich Radikales auszusprechen.
Pressestimmen
»Franz-Maria Sonners unangestrengte, witzig-lakonische Sprache hat meisterliches Erstliganiveau, ein Genuß. Tolles Rhythmusgefühl, jeder Satz sitzt.« Dietmar Sous, Der Freitag
»Franz-Maria Sonner (…) legt mit dem Buch einen schrill-komischen und beeindruckend detailgenauen Bericht einer Kindheit in den fünfziger und sechziger Jahren und Jugend in den siebziger Jahren vor. Das ist weit genug weg, um über alles mögliche zu lachen. Und man wundert sich, an was Sonner sich alles erinnert. (…) Zwischen jeder Zeile springen einem aus längst vergessenen Schubfächern Erinnerungen ins Bewusstsein, von denen man nie geahnt hat, dass sich diese Tür noch einmal öffnen, dass man an diese Information aus der eigenen Soziobiographie noch einmal herankommen würde.« Annemarie Stoltenberg, NDR Hamburg Welle
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